Welche Blutwerte können das Abnehmen erschweren?

Kein einzelner Blutwert entscheidet darüber, ob Sie abnehmen können. Laborwerte können aber Hinweise auf Veränderungen des Zuckerstoffwechsels, Fettstoffwechsels, der Leber oder der Schilddrüse geben. Entscheidend ist deshalb nicht ein vermeintlicher „Abnehmwert“, sondern die gemeinsame Einordnung mehrerer Befunde.

Frau betrachtet Blutwerte – welche Blutwerte beim Abnehmen relevant sein können.

Kurzantwort: Welcher Blutwert verhindert das Abnehmen?

Keiner. Es gibt keinen einzelnen Laborwert, der eine Gewichtsabnahme automatisch blockiert. Auffällige Blutwerte können jedoch zeigen, dass Stoffwechselprozesse verändert sind oder dass eine medizinische Abklärung sinnvoll ist.

Besonders häufig betrachtet werden Blutzucker und HbA1c, Triglyceride und Cholesterinwerte, Leberwerte wie Gamma-GT sowie – bei entsprechendem Verdacht – TSH und weitere Schilddrüsenwerte. Auch Harnsäure kann im Zusammenhang mit metabolischen Veränderungen interessant sein.

Welche Werte tatsächlich sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab. Beschwerden, Medikamente, Vorerkrankungen, Körpergewicht, Bauchumfang und Lebensstil gehören immer zur medizinischen Beurteilung dazu.

Nicht ein einzelner Blutwert entscheidet – sondern der Zusammenhang, in dem die Werte stehen.

Welche Blutwerte sind beim Abnehmen besonders interessant?

BlutwertWas er zeigen kannBlockiert er direkt das Abnehmen?
HbA1cLangfristige Blutzuckerbelastung und Hinweise auf Prädiabetes oder Diabetes.Nein
GlukoseMomentaufnahme der Blutzuckerregulation; die Aussage hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Blutabnahme ab.Nein
TriglycerideHinweise auf den Fettstoffwechsel und mögliche metabolische Veränderungen.Nein
Gesamtcholesterin, LDL und HDLBestandteile der Beurteilung des Fettstoffwechsels und des kardiovaskulären Risikos.Nein
Gamma-GTKann zusammen mit weiteren Befunden Hinweise auf Veränderungen der Leber geben.Nein
HarnsäureKann im Zusammenhang mit Purinstoffwechsel und metabolischen Veränderungen auffällig sein.Nein
TSHWichtiger Ausgangswert bei Verdacht auf eine Störung der Schilddrüsenfunktion.Nein

Wichtig: Auffällige Laborwerte können medizinisch relevant sein. Sie beweisen aber nicht, dass genau dieser Wert für einen Gewichtsstillstand verantwortlich ist.

Vier Stoffwechselbereiche, die bei Gewichtsstillstand interessant sein können

Zuckerstoffwechsel

Glukose und HbA1c helfen bei der Beurteilung der Blutzuckerregulation. Auffälligkeiten können unter anderem Anlass geben, Prädiabetes oder Diabetes weiter abzuklären.

Fettstoffwechsel

Triglyceride und Cholesterinwerte liefern Informationen über den Fettstoffwechsel und gehören zur Beurteilung des kardiometabolischen Risikos.

Leberstoffwechsel

Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Energie- und Fettstoffwechsel. Auffällige Leberwerte können eine weitere medizinische Abklärung erforderlich machen.

Schilddrüse

Bei Beschwerden oder klinischem Verdacht kann insbesondere TSH ein wichtiger Ausgangspunkt für die weitere Untersuchung der Schilddrüsenfunktion sein.

Welche Blutwerte können bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein?

Die folgenden Zuordnungen sind keine Diagnosen. Sie zeigen lediglich, welche Stoffwechselbereiche bei bestimmten Beschwerden oder Befunden häufig mitbetrachtet werden.

SituationHäufig betrachtete WerteFragestellung
GewichtsstillstandGlukose, HbA1c, Triglyceride, Cholesterinwerte, LeberwerteGibt es Hinweise auf metabolische Veränderungen?
Ausgeprägtes BauchfettGlukose, HbA1c, Triglyceride, HDLBestehen Hinweise auf ein erhöhtes kardiometabolisches Risiko?
Müdigkeit und LeistungsknickJe nach Situation unter anderem TSH, Blutbild, Glukose, HbA1cGibt es eine medizinisch erkennbare Ursache für die Beschwerden?
Erhöhte LeberwerteGamma-GT, ALT/GPT, AST/GOT und weitere LeberparameterMuss die Leber weiter untersucht werden?
Erhöhte Harnsäure oder GichtHarnsäure sowie je nach Situation weitere StoffwechselwerteBestehen zusätzliche metabolische Risikofaktoren?

Medizinische Einordnung: Dieselben Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Welche Laboruntersuchungen erforderlich sind, sollte deshalb anhand der individuellen Situation ärztlich entschieden werden.

Welche Blutwerte betrachtet SALOMED?

SALOMED verfolgt eine andere Fragestellung als eine medizinische Abklärung von Übergewicht oder Gewichtsstillstand. Das Verfahren soll keine Erkrankung diagnostizieren und nicht nach einem einzelnen „blockierenden“ Blutwert suchen.

Für die SALOMED-Auswertung werden acht ausgewählte Laborwerte verwendet: HbA1c, Glukose, Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride, Harnsäure, Gamma-GT und Gesamteiweiß.

Eine Besonderheit ist die Vorbereitung: Vor der Blutabnahme wird zwei Tage bewusst reichhaltig gegessen und auch am Tag der Blutabnahme gefrühstückt. Die Blutabnahme erfolgt daher gezielt nicht nüchtern. Die Laborwerte werden anschließend gemeinsam mit der vorausgegangenen Ernährung und persönlichen Angaben nach dem SALOMED-Verfahren eingeordnet.

Das Ergebnis ist keine Diagnose, sondern eine persönliche Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.

Medizinische Diagnostik fragt nach Erkrankungen. SALOMED nutzt ausgewählte Laborwerte für eine individuelle Ernährungsorientierung.

Nüchtern oder nicht nüchtern: Warum die Fragestellung entscheidend ist

Bei medizinischen Laboruntersuchungen hängt es vom jeweiligen Parameter und der Fragestellung ab, ob eine nüchterne Blutabnahme erforderlich oder sinnvoll ist. Eine allgemeine Regel für sämtliche Blutwerte gibt es nicht.

SALOMED verwendet bewusst einen anderen standardisierten Ablauf: Zwei Tage reichhaltige Alltagskost und ein Frühstück vor der Blutabnahme gehören zum Verfahren. Die anschließend gemessenen Werte werden deshalb nicht wie klassische Nüchternwerte interpretiert, sondern im Zusammenhang mit dieser vorausgegangenen Ernährungsphase.

Warum SALOMED bewusst nicht nüchtern durchgeführt wird →

Dr. med. Stephan Schimpf

Persönliche Einordnung durch Dr. med. Stephan Schimpf

Dr. med. Stephan Schimpf entwickelte SALOMED als Verfahren zur individuellen Ernährungsorientierung. SALOMED wird seit 1994 eingesetzt.

Die Auswertung erfolgt nicht allein anhand eines einzelnen Laborwertes. Berücksichtigt werden die ausgewählten Laborwerte, die vorausgegangene Ernährungsphase und persönliche Angaben.

Auch nach Erhalt des Ergebnisses können Fragen zur Einordnung und praktischen Umsetzung per E-Mail direkt an Dr. med. Stephan Schimpf gestellt werden – ohne zusätzliche Beratungskosten.

Mehr über Dr. med. Stephan Schimpf

Was Blutwerte nicht erklären können

Körpergewicht wird nicht ausschließlich durch Laborwerte bestimmt. Energieaufnahme, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Medikamente, hormonelle Faktoren, Alter, Muskelmasse, genetische Voraussetzungen und weitere Einflüsse können eine Rolle spielen.

Deshalb garantieren normale Blutwerte keine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Umgekehrt bedeutet ein auffälliger Laborwert nicht automatisch, dass er die Ursache eines Gewichtsstillstands ist.

Bei auffälligen Blutwerten, Beschwerden oder dem Verdacht auf eine Erkrankung ist eine medizinische Abklärung erforderlich. SALOMED ersetzt diese Diagnostik nicht.

Blutwerte liefern Hinweise. Die Bedeutung entsteht erst durch die richtige Fragestellung und Einordnung.

Häufige Fragen zu Blutwerten und Abnehmen

Welcher Blutwert verhindert das Abnehmen?
Kein einzelner Blutwert verhindert automatisch eine Gewichtsabnahme. Laborwerte können jedoch Hinweise auf Stoffwechselveränderungen oder Erkrankungen liefern, die medizinisch eingeordnet werden sollten.
Welche Blutwerte sollte man untersuchen lassen, wenn man nicht abnimmt?
Das hängt von Beschwerden, Vorerkrankungen und der individuellen Fragestellung ab. Häufig betrachtet werden unter anderem Glukose, HbA1c, Triglyceride, Cholesterinwerte und Leberwerte. Bei entsprechendem Verdacht können beispielsweise auch Schilddrüsenwerte wie TSH sinnvoll sein. Welche Untersuchungen erforderlich sind, sollte ärztlich entschieden werden.
Kann eine Schilddrüsenunterfunktion das Abnehmen erschweren?
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Energieverbrauch beeinflussen und mit einer Gewichtszunahme verbunden sein. Bei entsprechendem Verdacht sollte die Schilddrüsenfunktion ärztlich untersucht werden. Eine Schilddrüsenunterfunktion erklärt jedoch nicht jeden Gewichtsstillstand.
Welche Blutwerte sprechen für ein metabolisches Syndrom?
Zum metabolischen Syndrom gehören mehrere Faktoren. Dazu zählen unter anderem erhöhte Triglyceride, niedriges HDL-Cholesterin, erhöhte Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und ein vergrößerter Taillenumfang. Die Diagnose wird nicht anhand eines einzelnen Laborwertes gestellt.
Welche acht Blutwerte verwendet SALOMED?
SALOMED verwendet HbA1c, Glukose, Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride, Harnsäure, Gamma-GT und Gesamteiweiß. Sie werden nach einer festgelegten Ernährungsphase bestimmt und zusammen mit persönlichen Angaben für die SALOMED-Ernährungsorientierung ausgewertet.
Kann SALOMED eine Stoffwechselerkrankung diagnostizieren?
Nein. SALOMED ist ein erfahrungsmedizinisches Verfahren zur individuellen Ernährungsorientierung und kein wissenschaftlich validiertes Diagnoseverfahren. Auffällige Laborwerte oder Beschwerden müssen gegebenenfalls unabhängig davon medizinisch abgeklärt werden.

Weiterführende Fragen zur Stoffwechselanalyse

Vom Blutwert zur persönlichen Ernährungsorientierung

SALOMED betrachtet acht ausgewählte Laborwerte gemeinsam mit der vorausgegangenen Ernährungsphase und persönlichen Angaben. Daraus entsteht eine individuelle Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.

Medizinische Grundlagen

Die medizinische Beurteilung von Glukosestoffwechsel, Fettstoffwechsel, Leberfunktion und Schilddrüse orientiert sich an der jeweiligen klinischen Fragestellung und den dafür geltenden medizinischen Leitlinien. Einzelne Laborwerte sollten nicht unabhängig von Anamnese, Beschwerden und weiteren Befunden interpretiert werden.

  • American Diabetes Association (ADA)
  • European Association for the Study of Diabetes (EASD)
  • European Society of Cardiology (ESC)
  • European Atherosclerosis Society (EAS)
  • European Association for the Study of the Liver (EASL)
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
  • AWMF-Leitlinien