Warum der SALOMED-Test bewusst nicht nüchtern durchgeführt wird
Normalerweise heißt es vor einer Blutuntersuchung: nüchtern bleiben. Bei SALOMED ist es genau umgekehrt. Sie essen vorher zwei Tage bewusst reichhaltig und frühstücken auch am Tag der Blutabnahme. Das ist kein Versehen, sondern ein zentraler Bestandteil des SALOMED-Verfahrens.

Warum nicht nüchtern? Die kurze Antwort
Bei SALOMED ist die nicht nüchterne Blutabnahme kein Versehen und keine Vereinfachung. Sie ist Bestandteil des Verfahrens.
Vor der Blutabnahme essen Sie zwei Tage bewusst reichhaltig aus Ihrer persönlichen Alltagskost. Auch am Morgen der Blutabnahme wird gefrühstückt. Erst danach werden die für SALOMED benötigten Laborwerte bestimmt.
Der Grund dafür liegt in der Fragestellung. SALOMED möchte die ausgewählten Laborwerte nicht ausschließlich unter einer vorausgehenden Fastensituation betrachten, sondern nach einer definierten Phase bewusster Nahrungsaufnahme.
Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam mit der vorausgegangenen Ernährung und persönlichen Angaben nach dem SALOMED-Verfahren ausgewertet. Daraus entsteht die persönliche Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.
Erst essen. Dann Blut abnehmen. Dann persönlich auswerten. Genau diese Reihenfolge gehört zum SALOMED-Verfahren.
So bereiten Sie sich auf die SALOMED-Blutabnahme vor
1. Zwei Tage bewusst reichhaltig essen
Sie essen nicht weniger als gewöhnlich und beginnen vor dem Test keine Diät. Stattdessen soll Ihre Ernährung in diesen beiden Tagen bewusst reichhaltig und abwechslungsreich ausfallen.
2. Aus Ihrer persönlichen Alltagskost
Es gibt keine für alle Teilnehmer identische Testmahlzeit. Gegessen werden Lebensmittel und Gerichte aus dem persönlichen Ernährungskontext.
3. Am Abnahmetag frühstücken
Auch am Tag der Blutabnahme wird gefrühstückt. Sie erscheinen für den SALOMED-Test deshalb ausdrücklich nicht nüchtern zur Blutabnahme.
Wichtig: Halten Sie sich an die Durchführungshinweise, die Sie für Ihren SALOMED-Test erhalten. Ärztliche Vorgaben, Medikamente oder medizinisch notwendige Ernährungsvorschriften dürfen für SALOMED nicht eigenmächtig verändert werden.
Aber muss man für eine Blutuntersuchung nicht nüchtern sein?
Nicht für jede Blutuntersuchung. Ob Nüchternheit erforderlich ist, hängt davon ab, welcher Laborwert bestimmt wird und welche medizinische Frage beantwortet werden soll.
Bei bestimmten Untersuchungen sind nüchterne Bedingungen wichtig. Bei anderen Laboruntersuchungen können auch nicht nüchterne Proben medizinisch sinnvoll ausgewertet werden. So werden beispielsweise Lipidprofile heute in vielen Situationen auch nicht nüchtern bestimmt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass nüchterne und nicht nüchterne Messungen beliebig austauschbar wären. Die Bedingungen müssen immer zur jeweiligen Fragestellung passen.
Nicht „nüchtern oder nicht nüchtern“ ist die entscheidende Frage, sondern: Was soll mit der Blutuntersuchung untersucht werden?
Eine vom Arzt angeordnete nüchterne Blutuntersuchung darf nicht durch das SALOMED-Protokoll ersetzt werden. SALOMED ist keine medizinische Standarddiagnostik.
Warum SALOMED bewusst einen anderen Weg wählt
Wer über Nacht nichts isst, reduziert kurzfristige Einflüsse der letzten Mahlzeiten. Das ist für zahlreiche medizinische Fragestellungen sinnvoll.
SALOMED wurde jedoch mit einer anderen Fragestellung entwickelt. Die Ernährung soll vor der Blutabnahme nicht ausgeblendet werden, sondern bewusst Teil der Ausgangssituation sein.
Deshalb gibt es vor der Untersuchung keine Fastenphase, sondern zwei Tage bewusste Nahrungsaufnahme und anschließend ein Frühstück am Abnahmetag.
Das unterscheidet SALOMED sowohl von einer klassischen nüchternen Laboruntersuchung als auch von einem standardisierten medizinischen Belastungstest.
Die Besonderheit von SALOMED liegt nicht in exotischen Blutwerten. Sie liegt in der Vorbereitung und in der anschließenden persönlichen Interpretation.
Was passiert mit Blutwerten, wenn man vorher gegessen hat?
Nahrungsaufnahme kann Laborwerte unterschiedlich beeinflussen. Besonders unmittelbar reagierende Werte können nach einer Mahlzeit anders ausfallen als nach einer längeren Fastenphase.
Andere Werte verändern sich dagegen durch ein einzelnes Frühstück kaum oder beschreiben ohnehin einen längeren Zeitraum.
Genau deshalb dürfen die acht SALOMED-Werte nicht so behandelt werden, als würden sie alle dasselbe messen oder gleich schnell auf Ernährung reagieren.
| Laborwert | Zeitliche Perspektive | Einfluss kurzfristiger Nahrungsaufnahme |
|---|---|---|
| Glukose | Momentaufnahme | Kann deutlich von vorausgegangenen Mahlzeiten beeinflusst werden. |
| HbA1c | Längerfristige Perspektive | Ein einzelnes Frühstück verändert den HbA1c nicht wesentlich. |
| Triglyceride | Aktueller Fettstoffwechsel | Können nach Nahrungsaufnahme ansteigen. |
| Gesamtcholesterin und LDL | Fettstoffwechsel | Werden wesentlich weniger unmittelbar durch eine einzelne Mahlzeit geprägt als Triglyceride. |
| Harnsäure | Purinstoffwechsel | Wird unter anderem durch Ernährung, Alkohol, Nierenfunktion und weitere Faktoren beeinflusst. |
| Gamma-GT | Leber-/Gallenweg-bezogener Laborwert | Ist keine unmittelbare Messung der letzten Mahlzeit. |
| Gesamteiweiß | Eiweißkonzentration im Blut | Spiegelt nicht einfach die Eiweißmenge des letzten Essens wider. |
Die medizinische Interpretation eines Laborwertes und seine Verwendung innerhalb des SALOMED-Verfahrens sind zwei unterschiedliche Ebenen. Auffällige Laborwerte können unabhängig von SALOMED eine ärztliche Abklärung erforderlich machen.
Ist SALOMED ein Belastungstest?
Nein. Das ist eine wichtige Abgrenzung.
Bei einem medizinischen Belastungstest werden die Untersuchungsbedingungen standardisiert. Beim oralen Glukosetoleranztest erhalten die untersuchten Personen beispielsweise eine definierte Glukosemenge und die Glukose wird zu festgelegten Zeitpunkten bestimmt.
Bei SALOMED gibt es dagegen keine einheitliche Testmahlzeit. Die Teilnehmer essen aus ihrer persönlichen Alltagskost. Deshalb kann aus einem anschließend gemessenen Wert nicht geschlossen werden, welches einzelne Lebensmittel ihn verursacht hat.
| Medizinischer Belastungstest | SALOMED | |
|---|---|---|
| Fragestellung | Definierte medizinische Fragestellung | Persönliche Ernährungsorientierung |
| Vorbereitung | Nach festgelegtem medizinischem Protokoll | Zwei Tage bewusst reichhaltige persönliche Ernährung |
| Testsubstanz | Standardisiert | Keine standardisierte Testsubstanz |
| Blutabnahme | Nach jeweiligem Protokoll | Nach Frühstück, bewusst nicht nüchtern |
| Ziel | Medizinische Diagnostik entsprechend dem jeweiligen Test | Erfahrungsmedizinische Ernährungseinordnung |
Was macht SALOMED aus den nicht nüchtern bestimmten Werten?
Die Blutabnahme ist nur ein Teil des SALOMED-Verfahrens. Bestimmt werden acht ausgewählte Laborwerte: HbA1c, Glukose, Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride, Harnsäure, Gamma-GT und Gesamteiweiß.
Dr. med. Stephan Schimpf betrachtet diese Werte anschließend gemeinsam mit der vorausgegangenen Ernährungsphase und den persönlichen Angaben.
Aus dieser erfahrungsmedizinischen Auswertung entsteht keine weitere Laborwerttabelle, sondern eine konkrete Ernährungsorientierung: 70 Lebensmittel werden persönlich in Grün, Gelb und Rot eingeordnet.
Vorbereiten
Zwei Tage bewusst reichhaltig essen und am Tag der Blutabnahme frühstücken.
Messen
Acht ausgewählte Laborwerte werden in einem medizinischen Labor bestimmt.
Einordnen
Die Informationen werden persönlich ausgewertet und in eine Orientierung für 70 Lebensmittel übersetzt.
Nicht nüchtern zu sein ist bei SALOMED nicht das Ergebnis fehlender Standardisierung bei der Blutabnahme – es ist ein bewusst festgelegter Bestandteil des SALOMED-Ablaufs.
Kann SALOMED dadurch erkennen, welches Lebensmittel meinen Blutwert verändert?
Nein. Genau diese Grenze ist wichtig.
Während der beiden Vorbereitungstage werden viele verschiedene Lebensmittel gegessen. Gleichzeitig können Bewegung, Alkohol, Schlaf, Medikamente, Flüssigkeitszufuhr und individuelle biologische Unterschiede einzelne Laborwerte beeinflussen.
SALOMED misst deshalb keine isolierte Reaktion auf Brot, Milch, Fleisch, Kaffee oder ein anderes einzelnes Lebensmittel.
Die Grün-Gelb-Rot-Zuordnung der 70 Lebensmittel ist das Ergebnis des erfahrungsmedizinischen SALOMED-Auswertungsmodells und keine direkte Messung einer Lebensmittelreaktion im Blut.
Kein Allergietest
SALOMED diagnostiziert keine Lebensmittelallergien.
Kein Unverträglichkeitstest
Aus der SALOMED-Auswertung kann keine medizinische Intoleranz diagnostiziert werden.
Keine Diabetesdiagnostik
Die nicht nüchterne SALOMED-Blutabnahme ersetzt weder Nüchternglukose, HbA1c-Diagnostik noch einen medizinisch indizierten Glukosetoleranztest.
Keine Erfolgsgarantie
Aus dem Ergebnis lässt sich keine bestimmte Gewichtsabnahme garantieren.

Warum ich bei SALOMED an der nicht nüchternen Blutabnahme festhalte
Die nicht nüchterne Blutabnahme gehört seit der Entwicklung von SALOMED zum Verfahren. Mir geht es dabei nicht darum, eine klassische Labordiagnostik zu ersetzen.
Die Fragestellung ist eine andere: Ich möchte ausgewählte Laborwerte nach einer bewusst ernährungsaktiven Phase gemeinsam mit der persönlichen Ernährungssituation betrachten und daraus eine für den Alltag verständliche Orientierung ableiten.
Gleichzeitig muss die Grenze klar bleiben: SALOMED ist ein erfahrungsmedizinisches Verfahren. Die Methode als Ganzes und die daraus abgeleitete Einordnung der 70 Lebensmittel sind nicht durch kontrollierte Studien als eigenständiges Verfahren zum Abnehmen validiert.
Nach Erhalt des Ergebnisses können Sie mir Fragen zur Einordnung und praktischen Umsetzung per E-Mail stellen – ohne zusätzliche Beratungskosten.
Wann Sie die SALOMED-Ernährungsphase vorher ärztlich abklären sollten
Die zweitägige bewusst reichhaltige Ernährung ist nicht für jede gesundheitliche Situation gleichermaßen geeignet.
Diabetes
Bei bekanntem Diabetes sollte die Vorbereitung nur unter Beachtung der ärztlichen Ernährungsvorgaben und nach Rücksprache durchgeführt werden.
Leber-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen
Bei bekannten Erkrankungen können besondere Ernährungsvorgaben bestehen, die Vorrang vor dem SALOMED-Protokoll haben.
Akute Beschwerden
Starker Durst, häufiges Wasserlassen, unerklärlicher Gewichtsverlust oder andere Krankheitszeichen gehören zunächst medizinisch abgeklärt.
Medikamente
Medikamente dürfen wegen des SALOMED-Tests nicht eigenmächtig verändert, weggelassen oder anders dosiert werden.
Häufige Fragen zur Blutabnahme ohne Nüchternheit
Warum muss ich für SALOMED nicht nüchtern sein?
Muss man für Blutwerte immer nüchtern sein?
Welche Blutwerte verändern sich nach dem Essen?
Darf ich vor dem SALOMED-Bluttest frühstücken?
Was soll ich zwei Tage vor dem SALOMED-Test essen?
Verfälscht Essen vor der Blutabnahme die Blutwerte?
Müssen Cholesterin und Triglyceride nüchtern gemessen werden?
Ist der SALOMED-Test ein Glukosetoleranztest?
Kann SALOMED erkennen, welches Lebensmittel meinen Blutzucker erhöht?
Warum reicht nicht einfach ein nüchternes großes Blutbild?
Ist die nicht nüchterne SALOMED-Methode wissenschaftlich bewiesen?
Mehr zum SALOMED-Test und zu Blutwerten
Wie der SALOMED-Test aufgebaut ist und was Sie als Ergebnis erhalten. › Welche Blutwerte können das Abnehmen erschweren?
Welche Laborwerte bei Gewichtsproblemen medizinisch interessant sein können. › Ernährung nach Bluttest
Was Laborwerte über Ernährung aussagen können – und wo die Grenzen liegen. › Stoffwechselanalyse zum Abnehmen
Welche Untersuchungen sinnvoll sein können und welche Fragen sie beantworten. ›
Sie möchten wissen, wie SALOMED aus der Blutabnahme eine persönliche Ernährungsorientierung macht?
Zwei Tage bewusst essen, am Abnahmetag frühstücken, acht Laborwerte bestimmen lassen und anschließend eine persönliche Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel erhalten.
Medizinische Einordnung
Nicht nüchterne und nüchterne Laboruntersuchungen sind keine grundsätzlichen Gegensätze. Welche Bedingungen erforderlich sind, richtet sich nach dem untersuchten Parameter und der medizinischen Fragestellung.
Für Lipidprofile empfiehlt ein gemeinsames Konsensuspapier der European Atherosclerosis Society und der European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine nicht nüchterne Proben für viele Routineanwendungen. Für die Diabetesdiagnostik gelten dagegen klar definierte Kriterien für HbA1c, Nüchternglukose, Glukosetoleranztest und Zufallsglukose.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen nicht das SALOMED-Verfahren. Sie zeigen lediglich, dass eine Blutprobe nicht grundsätzlich für jede medizinische Laboruntersuchung nüchtern entnommen werden muss.