Großes Blutbild oder Stoffwechselanalyse zum Abnehmen?

„Dann lasse ich beim Hausarzt einfach ein großes Blutbild machen.“ Das klingt zunächst naheliegend. Doch ein großes Blutbild untersucht weder den gesamten Stoffwechsel noch sagt es automatisch, welche Ernährung zu Ihnen passt. Für diese Fragen werden andere Informationen benötigt.

Großes Blutbild oder Stoffwechselanalyse – unterschiedliche Untersuchungen für medizinische Diagnostik und individuelles Abnehmen.

Kurzantwort: Reicht ein großes Blutbild zum Abnehmen?

Nein. Ein großes Blutbild ist keine Stoffwechselanalyse und keine Ernährungsanalyse.

Der Begriff klingt umfassender, als er tatsächlich ist. Medizinisch bezeichnet das große Blutbild im Wesentlichen das kleine Blutbild zusammen mit der genaueren Differenzierung der weißen Blutkörperchen.

Wichtige Stoffwechselwerte wie Glukose, HbA1c, Cholesterin, LDL, Triglyceride, Gamma-GT oder Harnsäure gehören nicht automatisch zum großen Blutbild.

Und selbst wenn solche Werte zusätzlich bestimmt werden, entsteht daraus noch keine persönliche Ernährungsorientierung. Ein Laborbefund zeigt Werte. Die Frage, was daraus für das tägliche Essen abgeleitet werden soll, ist ein weiterer Schritt.

Ein großes Blutbild untersucht Blutzellen. Es sagt Ihnen nicht, welche Lebensmittel Sie persönlich essen sollen.

Was ist ein großes Blutbild wirklich?

Im Alltag wird „großes Blutbild“ häufig als Bezeichnung für eine besonders umfangreiche Blutuntersuchung verwendet. Medizinisch bedeutet der Begriff jedoch etwas wesentlich Konkreteres.

Das kleine Blutbild erfasst unter anderem rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen, Hämoglobin, Hämatokrit und verschiedene Eigenschaften der roten Blutkörperchen.

Beim Differenzialblutbild werden zusätzlich die verschiedenen Untergruppen der weißen Blutkörperchen genauer betrachtet. Die Kombination aus kleinem Blutbild und Differenzialblutbild wird als großes Blutbild bezeichnet.

Das ist medizinisch sehr wertvoll – beantwortet aber eine völlig andere Frage als eine Untersuchung von Stoffwechselwerten oder eine individuelle Ernährungsanalyse.

Der entscheidende Irrtum: „Groß“ bedeutet nicht „alle Blutwerte“

Genau hier entsteht das häufigste Missverständnis. Wer hört, sein „großes Blutbild sei in Ordnung“, kann leicht annehmen, damit seien Blutzucker, Cholesterin, Leber, Harnsäure, Schilddrüse und der gesamte Stoffwechsel ebenfalls untersucht worden.

Das ist nicht der Fall.

Diese Werte können selbstverständlich zusätzlich beim Hausarzt oder im Labor bestimmt werden. Sie sind aber keine Bestandteile des großen Blutbildes allein.

„Großes Blutbild“ bedeutet nicht „große Untersuchung des gesamten Körpers“.

Welche Stoffwechselwerte gehören nicht zum großen Blutbild?

LaborwertTeil des großen Blutbildes?Welche Information kann er liefern?
GlukoseNeinMomentaufnahme des Blutzuckers.
HbA1cNeinInformation über die längerfristige Blutzuckersituation.
GesamtcholesterinNeinBestandteil der Beurteilung des Fettstoffwechsels.
LDL-CholesterinNeinWichtiger Parameter der Lipidbeurteilung und des kardiovaskulären Risikos.
TriglycerideNeinInformation über einen weiteren Bereich des Fettstoffwechsels.
Gamma-GTNeinLaborparameter, der unter anderem bei der Beurteilung der Leber verwendet wird.
HarnsäureNeinRelevant unter anderem für die Beurteilung des Harnsäurestoffwechsels und bei Gicht.
TSHNeinWichtiger Ausgangswert bei der Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.

Wichtig: Ihr Hausarzt kann viele dieser Werte bei entsprechender medizinischer Fragestellung selbstverständlich zusätzlich bestimmen. Sie werden dadurch aber nicht zu Bestandteilen des „großen Blutbildes“.

Kann der Hausarzt anhand der Blutwerte sagen, was ich essen soll?

Hausärztinnen und Hausärzte haben eine zentrale Aufgabe: Erkrankungen erkennen, medizinische Risiken beurteilen und notwendige Diagnostik und Behandlung veranlassen.

Bei erhöhtem Blutzucker, auffälligen Blutfetten, Leberwerten oder Harnsäure können daraus selbstverständlich auch allgemeine Ernährungsempfehlungen entstehen. Bei bestimmten Erkrankungen kann zusätzlich eine qualifizierte Ernährungsberatung sinnvoll sein.

Aber ein Laborwert beantwortet normalerweise nicht die Frage: „Welche konkreten Lebensmittel sind für mich persönlich günstig und welche weniger günstig?“

Ein erhöhter Wert kann medizinisch interpretiert werden. Daraus folgt aber nicht automatisch eine individuelle Liste von Lebensmitteln für den persönlichen Alltag.

Der Hausarzt diagnostiziert und behandelt. Ein Laborbefund allein ist noch keine persönliche Ernährungsstrategie.

Drei Schritte, die nicht verwechselt werden sollten

1. Blut untersuchen

Das Labor misst definierte Werte. Welche Werte untersucht werden, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.

2. Medizinisch beurteilen

Ärztinnen und Ärzte beurteilen, ob Befunde auf Erkrankungen oder medizinische Risiken hinweisen und ob weitere Diagnostik notwendig ist.

3. Ernährung ableiten

Die Übersetzung von Informationen in konkrete Entscheidungen beim Essen ist eine eigene Aufgabe – und folgt nicht automatisch aus einem Laborbefund.

Warum ist das beim Abnehmen besonders wichtig?

Wer abnehmen möchte, sucht meistens nicht nur die Antwort auf die Frage, ob eine Erkrankung vorliegt.

Die praktische Frage lautet vielmehr: „Was soll ich ab morgen anders essen?“

Genau hier stößt ein klassischer Laborbefund an eine natürliche Grenze. Er kann wichtige medizinische Informationen liefern. Er kann aber nicht von sich aus entscheiden, wie die persönliche Ernährung im Alltag strukturiert werden soll.

Deshalb können zwei Menschen ähnliche Laborwerte haben und trotzdem unterschiedliche Herausforderungen beim Essen, beim Gewicht und bei der langfristigen Umsetzung haben.

„Aber mein großes Blutbild ist völlig normal“

Das ist zunächst eine gute Nachricht für die Werte, die tatsächlich untersucht wurden.

Es bedeutet aber nicht, dass damit automatisch auch sämtliche Stoffwechselparameter untersucht wurden. Ebenso wenig beantwortet ein unauffälliges großes Blutbild die Frage, welche Ernährung für das persönliche Ziel sinnvoll ist.

Umgekehrt bedeutet ein auffälliger Stoffwechselwert nicht automatisch, dass er die Ursache eines Gewichtsstillstands ist. Laborwerte müssen immer im jeweiligen medizinischen und persönlichen Zusammenhang interpretiert werden.

„Unauffällig“ bedeutet: Die untersuchten Werte waren unauffällig – nicht: Jede denkbare Frage wurde beantwortet.

Großes Blutbild, Stoffwechselwerte und SALOMED im Vergleich

Großes BlutbildStoffwechselbezogene LabordiagnostikSALOMED
Zentrale FrageWie sehen die Blutzellen aus?Gibt es medizinisch relevante Veränderungen bestimmter Stoffwechselbereiche?Wie lassen sich ausgewählte Laborwerte und persönliche Angaben für eine individuelle Ernährungsorientierung nutzen?
SchwerpunktBlutzellen und DifferenzialblutbildJe nach Fragestellung gezielt ausgewählte LaborparameterAcht festgelegte Laborwerte plus Ernährungsphase und persönliche Angaben
Medizinische DiagnostikJa, im entsprechenden medizinischen KontextJa, im entsprechenden medizinischen KontextNein
Individuelle LebensmittelauswahlNeinNicht automatischGrün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel
ZielMedizinische Information über die BlutzellenMedizinische Beurteilung bestimmter StoffwechselbereicheKonkrete persönliche Ernährungsorientierung

Was macht SALOMED anders als ein großes Blutbild?

SALOMED versucht nicht, ein möglichst umfangreiches Blutbild zu erstellen. Der Ansatz ist genau umgekehrt: Es werden gezielt acht ausgewählte Laborwerte für eine klar definierte Ernährungsfragestellung verwendet.

Berücksichtigt werden HbA1c, Glukose, Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride, Harnsäure, Gamma-GT und Gesamteiweiß.

Hinzu kommt ein wesentlicher Unterschied zur üblichen nüchternen Laborroutine: Vor der Blutabnahme wird zwei Tage bewusst reichhaltig entsprechend der persönlichen Alltagskost gegessen. Auch am Tag der Blutabnahme wird gefrühstückt. Die Blutabnahme erfolgt gezielt nicht nüchtern.

Dr. med. Stephan Schimpf bewertet die Laborwerte anschließend zusammen mit dieser vorausgegangenen Ernährung und persönlichen Angaben nach dem SALOMED-Verfahren.

Das Ergebnis ist eine individuelle Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.

Beim großen Blutbild erhalten Sie Blutwerte. Bei SALOMED ist das Ziel eine konkrete Orientierung für Ihre Ernährung.

Der entscheidende Unterschied liegt nach der Blutabnahme

Eine Blutabnahme dauert nur wenige Minuten. Entscheidend für den persönlichen Nutzen ist anschließend die Frage: Was geschieht mit den Ergebnissen?

Laborwerte

Zunächst entstehen Messwerte. Sie sind die Datengrundlage – aber noch keine persönliche Ernährungsentscheidung.

Persönliche Einordnung

Bei SALOMED werden die acht ausgewählten Werte nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit der vorausgegangenen Ernährung und persönlichen Angaben.

70 Lebensmittel

Das Ergebnis wird in eine leicht verständliche Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel übersetzt.

Fragen danach

Auch nach Erhalt des Ergebnisses können Fragen zur Einordnung und praktischen Umsetzung per E-Mail direkt an Dr. med. Stephan Schimpf gestellt werden.

Hausarzt oder SALOMED? Auch das ist kein Entweder-oder

SALOMED soll den Hausarzt nicht ersetzen.

Bestehen Beschwerden, auffällige Befunde oder der Verdacht auf Diabetes, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Lebererkrankung oder eine andere medizinisch relevante Veränderung, gehört die weitere Diagnostik in ärztliche Hände.

SALOMED beantwortet eine andere Frage. Es geht nicht darum, eine Erkrankung zu diagnostizieren, sondern ausgewählte Laborwerte und persönliche Informationen in eine individuelle Ernährungsorientierung zu übersetzen.

Der Hausarzt beantwortet medizinische Fragen. SALOMED beantwortet eine definierte Ernährungsfrage. Beides kann nebeneinander sinnvoll sein.

Welche Untersuchung brauchen Sie?

Sie haben Beschwerden oder vermuten eine Erkrankung?

Gehen Sie zunächst zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hier steht medizinische Diagnostik im Vordergrund.

Sie möchten wissen, ob bestimmte Stoffwechselwerte auffällig sind?

Dann sind gezielt ausgewählte Laboruntersuchungen sinnvoller als der unspezifische Wunsch nach einem „großen Blutbild“.

Sie möchten wissen, wie Sie Ihre Ernährung individuell strukturieren können?

Dann brauchen Sie nicht nur Messwerte, sondern ein Verfahren, das daraus eine konkrete Ernährungsorientierung ableitet.

Dr. med. Stephan Schimpf

Persönliche Einordnung durch Dr. med. Stephan Schimpf

Viele Menschen glauben, mit einem großen Blutbild sei bereits „alles im Blut untersucht“. Medizinisch ist das nicht der Fall. Das große Blutbild hat eine klar definierte und wichtige Aufgabe – aber es ist keine Ernährungsanalyse.

Für SALOMED war deshalb von Anfang an nicht die Frage entscheidend, wie viele Laborwerte man bestimmen kann. Entscheidend war: Welche Informationen sollen anschließend für die persönliche Ernährung nutzbar gemacht werden?

Genau deshalb endet SALOMED nicht beim Laborbefund. Die persönliche Auswertung und die Orientierung für 70 Lebensmittel sind der eigentliche Zweck des Verfahrens.

Auch danach können Fragen zur Einordnung und praktischen Umsetzung per E-Mail direkt an mich gestellt werden.

Mehr über Dr. med. Stephan Schimpf

Was SALOMED nicht behauptet

SALOMED diagnostiziert nicht die Ursache dafür, warum ein Mensch nicht abnimmt. Ein einzelner Laborwert beweist ebenfalls nicht, dass ein bestimmtes Lebensmittel Gewichtszunahme oder Gewichtsstillstand verursacht.

Bei medizinisch auffälligen Werten oder Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Zu SALOMED: SALOMED ist ein erfahrungsmedizinisches Verfahren zur individuellen Ernährungsorientierung und als eigenständige Methode zum Abnehmen nicht wissenschaftlich validiert. Es ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.

Häufige Fragen zum großen Blutbild und Abnehmen

Reicht ein großes Blutbild aus, wenn ich nicht abnehme?
Nein. Das große Blutbild untersucht vor allem die Blutzellen und differenziert die weißen Blutkörperchen. Stoffwechselwerte wie Glukose, HbA1c, Cholesterin, Triglyceride oder Leberwerte gehören nicht automatisch dazu. Welche Untersuchungen bei Gewichtsstillstand sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?
Das kleine Blutbild erfasst verschiedene Blutzellen und zugehörige Parameter. Beim großen Blutbild kommt das Differenzialblutbild hinzu, bei dem die verschiedenen Untergruppen der weißen Blutkörperchen genauer bestimmt werden.
Sind Blutzucker und Cholesterin im großen Blutbild enthalten?
Nein. Glukose, HbA1c, Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride sind keine Bestandteile des großen Blutbildes allein. Sie können bei entsprechender Fragestellung zusätzlich bestimmt werden.
Sind Leberwerte im großen Blutbild enthalten?
Nein. Leberbezogene Laborparameter wie beispielsweise Gamma-GT gehören nicht zum großen Blutbild und müssen separat bestimmt werden.
Kann mein großes Blutbild normal sein, obwohl andere Blutwerte auffällig sind?
Ja. Ein unauffälliges großes Blutbild bedeutet nur, dass die darin untersuchten Parameter unauffällig waren. Andere Laborwerte können unabhängig davon verändert sein.
Kann der Hausarzt anhand meiner Blutwerte sagen, was ich essen soll?
Ärztinnen und Ärzte können Laborwerte medizinisch einordnen und bei Erkrankungen Ernährungsempfehlungen geben oder eine Ernährungsberatung veranlassen. Aus einem Laborbefund allein entsteht jedoch keine individuelle Lebensmittelauswahl.
Was macht SALOMED anders als ein großes Blutbild?
SALOMED verwendet acht ausgewählte Laborwerte zusammen mit einer festgelegten Ernährungsphase und persönlichen Angaben. Ziel ist keine Krankheitsdiagnostik, sondern eine individuelle Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.
Brauche ich für SALOMED zusätzlich ein großes Blutbild?
Nein. Für die SALOMED-Auswertung werden die acht für das Verfahren definierten Laborwerte benötigt. Ob darüber hinaus aus medizinischen Gründen weitere Untersuchungen erforderlich sind, sollte unabhängig davon ärztlich entschieden werden.

Weiterführende Informationen

Sie möchten nicht nur Blutwerte – sondern wissen, was Sie damit anfangen sollen?

SALOMED verbindet acht ausgewählte Laborwerte mit einer bewusst nicht nüchternen Blutabnahme, persönlichen Angaben und einer individuellen Auswertung. Das Ergebnis ist eine konkrete Grün-Gelb-Rot-Orientierung für 70 Lebensmittel.

Medizinische Grundlagen

Die Abgrenzung zwischen Blutbild und zusätzlichen Laboruntersuchungen entspricht der üblichen medizinischen Labordiagnostik. Das große Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und dem Differenzialblutbild. Andere Laborparameter werden entsprechend der jeweiligen medizinischen Fragestellung zusätzlich bestimmt.

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Informationen zu Blutbild und Blutzellen
  • Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL)
  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
  • American Diabetes Association (ADA)
  • European Association for the Study of Diabetes (EASD)