Ist eine Stoffwechselanalyse sinnvoll? Nutzen, Grenzen und Entscheidungshilfe
Eine Stoffwechselanalyse kann sinnvoll sein, wenn gezielt geklärt werden soll, ob Auffälligkeiten im Zucker-, Fett- oder Leberstoffwechsel bestehen. Sie ist jedoch kein allgemeiner Test, der den gesamten Stoffwechsel misst oder automatisch erklärt, warum jemand nicht abnimmt.

Kurzantwort
Eine Stoffwechselanalyse ist dann sinnvoll, wenn sie eine konkrete medizinische Frage beantworten soll. Dazu kann beispielsweise gehören, ob Hinweise auf Prädiabetes, Diabetes, Insulinresistenz, eine Fettstoffwechselstörung, eine metabolische Fettleber oder ein metabolisches Syndrom bestehen.
Weniger sinnvoll ist eine unspezifische Untersuchung ohne klare Fragestellung oder die Erwartung, ein Test könne den persönlichen Stoffwechsel vollständig vermessen und daraus automatisch die richtige Ernährung berechnen.
Welche Untersuchungen benötigt werden, hängt von Beschwerden, Körpergewicht, Taillenumfang, Blutdruck, Vorerkrankungen, Medikamenten und familiären Risiken ab. Eine sinnvolle Stoffwechselanalyse ist deshalb keine starre Testliste, sondern eine gezielte Auswahl geeigneter Laborwerte und Messungen.
Für Menschen, die trotz längerer Bemühungen nicht abnehmen, kann sie zusätzliche Informationen liefern. Sie beweist jedoch nicht, dass eine Stoffwechselstörung die Ursache des Gewichtsstillstands ist.
Eine Stoffwechselanalyse ist sinnvoll, wenn aus einer klaren Frage passende Untersuchungen und verwertbare Konsequenzen entstehen.
Stoffwechselanalyse auf einen Blick
| Frage | Kurzantwort |
|---|---|
| Was ist eine Stoffwechselanalyse? | Die gezielte Beurteilung ausgewählter Stoffwechselbereiche anhand von Laborwerten, Körperdaten und klinischen Risikofaktoren. |
| Wann ist sie sinnvoll? | Wenn Beschwerden, Übergewicht, Bauchfett, auffällige Vorwerte oder familiäre Risiken eine konkrete Abklärung begründen. |
| Misst sie den gesamten Stoffwechsel? | Nein. Einzelne Untersuchungen bilden immer nur bestimmte Ausschnitte des Stoffwechsels ab. |
| Kann sie erklären, warum ich nicht abnehme? | Sie kann medizinische Einflussfaktoren erkennen, liefert aber selten eine vollständige Erklärung. |
| Reicht ein großes Blutbild aus? | Nein. Das große Blutbild untersucht vor allem Blutzellen und ist keine umfassende Stoffwechselanalyse. |
| Welche Werte können dazugehören? | Je nach Fragestellung etwa Blutzucker, HbA1c, Cholesterin, Triglyceride, Leberwerte, Harnsäure und Nierenwerte. |
| Ist ein Test ohne Beschwerden sinnvoll? | Bei erhöhtem Risiko oder zur Vorsorge kann eine Untersuchung sinnvoll sein; ohne konkreten Anlass ist nicht jede umfangreiche Testung notwendig. |
| Ersetzt die Analyse eine ärztliche Diagnose? | Nein. Laborwerte müssen medizinisch interpretiert und gegebenenfalls durch weitere Untersuchungen ergänzt werden. |
Was bedeutet Stoffwechselanalyse überhaupt?
Der Begriff Stoffwechselanalyse ist medizinisch nicht einheitlich definiert. Er kann sehr unterschiedliche Untersuchungen bezeichnen – von einer einfachen Bestimmung ausgewählter Blutwerte bis zu einer umfangreichen internistischen Diagnostik.
Seriös verstanden bedeutet Stoffwechselanalyse, dass eine konkrete Fragestellung formuliert und anschließend mit geeigneten Untersuchungen geprüft wird. Bei Verdacht auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels sind andere Werte notwendig als bei einer Fettstoffwechselstörung, einer möglichen Fettleber oder erhöhten Harnsäure.
Auch Blutdruck, Taillenumfang, Körpergewicht, Medikamente und familiäre Vorbelastung können Teil der Beurteilung sein. Der Stoffwechsel lässt sich nicht auf ein einzelnes Laborergebnis reduzieren.
Entscheidend ist daher nicht, wie viele Werte bestimmt werden. Entscheidend ist, ob die ausgewählten Untersuchungen zur Fragestellung passen und ob aus den Ergebnissen medizinisch oder praktisch sinnvolle Konsequenzen entstehen.
Wichtig: „Stoffwechselanalyse“ ist kein geschützter Begriff. Umfang, Qualität und Aussagekraft verschiedener Angebote können sich erheblich unterscheiden.
Wann eine Stoffwechselanalyse medizinisch sinnvoll sein kann
Auffällige Blutzuckerwerte oder erhöhtes Diabetesrisiko
Bei familiärer Vorbelastung, Übergewicht, ausgeprägtem Bauchfett oder früher auffälligen Blutzuckerwerten kann eine gezielte Untersuchung des Zuckerstoffwechsels sinnvoll sein.
Erhöhte Cholesterin- oder Triglyceridwerte
Auffällige Blutfette sollten im Zusammenhang mit Ernährung, Medikamenten, genetischer Veranlagung und dem gesamten Herz-Kreislauf-Risiko beurteilt werden.
Ausgeprägtes Bauchfett und erhöhter Blutdruck
Ein großer Taillenumfang zusammen mit Bluthochdruck oder auffälligen Stoffwechselwerten kann auf ein metabolisches Syndrom hinweisen.
Verdacht auf eine metabolische Fettleber
Übergewicht, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes oder erhöhte Triglyceride können Anlass geben, Leberwerte und gegebenenfalls weitere Untersuchungen einzubeziehen.
Wiederholt erhöhte Harnsäure
Bei Hyperurikämie, Gicht oder Nierensteinen sollten Harnsäure, Nierenfunktion, Medikamente und Ernährung gemeinsam betrachtet werden.
Länger erfolglose Gewichtsreduktion
Wenn eine nachvollziehbar umgesetzte Strategie über längere Zeit nicht zum erwarteten Ergebnis führt, kann eine medizinische Abklärung relevanter Einflussfaktoren sinnvoll sein.
Wann eine Stoffwechselanalyse wahrscheinlich wenig zusätzlichen Nutzen bringt
Eine umfangreiche Stoffwechselanalyse ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil jemand sein Gewicht reduzieren möchte. Wenn die Ernährung erst seit kurzer Zeit verändert wurde oder die Umsetzung stark schwankt, liefert ein zusätzlicher Test häufig keine entscheidende neue Erklärung.
Auch unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Heißhunger oder Gewichtsschwankungen rechtfertigen nicht automatisch eine große Zahl von Laboruntersuchungen. Diese Symptome haben viele mögliche Ursachen und müssen zunächst eingeordnet werden.
Wenig sinnvoll sind Tests, wenn schon vor der Untersuchung feststeht, dass die Ergebnisse keine Konsequenz haben werden. Diagnostik sollte eine Entscheidung unterstützen – etwa eine weitere Abklärung, eine Behandlung oder eine gezielte Veränderung.
Skepsis ist außerdem angebracht, wenn Anbieter versprechen, den gesamten Stoffwechsel mit einem einzelnen Wert zu bestimmen oder aus Laborwerten automatisch eine garantierte Abnehmstrategie abzuleiten.
Welche Fragen eine Stoffwechselanalyse beantworten kann
Eine Stoffwechselanalyse ist dann besonders nützlich, wenn sie eine klar formulierte Frage beantwortet. Sie kann beispielsweise zeigen, ob ein Laborwert auffällig ist, ob mehrere Risikofaktoren gemeinsam auftreten oder ob eine weiterführende medizinische Abklärung sinnvoll erscheint.
Sie kann jedoch nicht jede Ursache von Übergewicht, Heißhunger, Müdigkeit oder Gewichtsstillstand erklären. Solche Beschwerden entstehen meist durch das Zusammenspiel mehrerer biologischer und alltäglicher Faktoren.
| Fragestellung | Was eine Analyse leisten kann | Was sie nicht sicher beantworten kann |
|---|---|---|
| Ist mein Zuckerstoffwechsel auffällig? | Blutzucker, HbA1c und gegebenenfalls weitere Untersuchungen können Hinweise auf Prädiabetes oder Diabetes geben. | Ein einzelner Wert erklärt nicht automatisch Heißhunger, Müdigkeit oder Gewichtsstillstand. |
| Liegt eine Fettstoffwechselstörung vor? | Cholesterin, Triglyceride, Non-HDL-Cholesterin und gegebenenfalls Apolipoprotein B können das Lipidprofil beschreiben. | Die Werte zeigen nicht, welche einzelne Ernährungsweise garantiert die beste ist. |
| Gibt es Hinweise auf eine Fettleber? | Leberwerte, Risikofaktoren und gegebenenfalls bildgebende Verfahren können einen Verdacht begründen oder weiter abklären. | Normale Leberwerte schließen eine Fettleber nicht zuverlässig aus. |
| Besteht ein metabolisches Syndrom? | Taillenumfang, Blutdruck, Nüchternblutzucker, Triglyceride und HDL-Cholesterin können gemeinsam beurteilt werden. | Das Syndrom erklärt nicht jede individuelle Schwierigkeit beim Abnehmen. |
| Warum nehme ich nicht ab? | Laborwerte können medizinische Einflussfaktoren erkennen oder unwahrscheinlicher machen. | Sie erfassen nicht vollständig Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress, Portionsgrößen oder unbewusste Alltagsanpassungen. |
Welche Untersuchungen zu einer Stoffwechselanalyse gehören können
Es gibt keine für alle Menschen identische Stoffwechselanalyse. Welche Werte sinnvoll sind, richtet sich nach der Fragestellung und dem individuellen Risiko.
Blutzucker und HbA1c
Diese Werte helfen, den Zuckerstoffwechsel einzuordnen und Hinweise auf Prädiabetes oder Diabetes zu erkennen.
Blutzucker genauer verstehenCholesterin und Triglyceride
Das Lipidprofil liefert Informationen über Fetttransport, Herz-Kreislauf-Risiko und mögliche metabolische Zusammenhänge.
Cholesterin einordnen Triglyceride verstehenLeberwerte
ALT, AST, Gamma-GT und weitere Werte können Hinweise auf eine Schädigung oder Belastung liefern, bilden die Leberfunktion aber nicht vollständig ab.
Leber und StoffwechselHarnsäure und Nierenfunktion
Harnsäure, Kreatinin und eGFR können helfen, Purinstoffwechsel, Ausscheidung und mögliche Risiken wie Gicht einzuordnen.
Harnsäure einordnenBlutdruck und Taillenumfang
Diese Messungen sind keine Blutwerte, gehören aber zu einer sinnvollen kardiometabolischen Risikobeurteilung.
Metabolisches Syndrom verstehenWeitere gezielte Untersuchungen
Je nach Beschwerden und Vorerkrankungen können unter anderem Schilddrüsenwerte, Entzündungsmarker oder weitere diagnostische Schritte sinnvoll sein. Sie gehören jedoch nicht automatisch in jede Stoffwechselanalyse.
Warum das große Blutbild keine Stoffwechselanalyse ist
Der Begriff „großes Blutbild“ wird häufig missverstanden. Es untersucht vor allem die verschiedenen Zellarten des Blutes, darunter rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen.
Blutzucker, HbA1c, Cholesterin, Triglyceride, Leberwerte oder Harnsäure gehören nicht automatisch zum großen Blutbild. Sie müssen je nach Fragestellung zusätzlich bestimmt werden.
Ein unauffälliges großes Blutbild bedeutet daher nicht, dass Zucker-, Fett- oder Leberstoffwechsel sicher unauffällig sind.
Merksatz: Das große Blutbild beschreibt vor allem Blutzellen. Eine Stoffwechselanalyse benötigt gezielt ausgewählte zusätzliche Laborwerte.
Kann eine Stoffwechselanalyse erklären, warum man nicht abnimmt?
Eine Stoffwechselanalyse kann medizinische Einflussfaktoren erkennen, die eine Gewichtsreduktion erschweren können. Dazu gehören beispielsweise ein gestörter Zuckerstoffwechsel, eine metabolische Fettleber oder bestimmte hormonelle Erkrankungen.
Sie liefert jedoch selten eine vollständige Erklärung. Das Körpergewicht wird zusätzlich von Energiezufuhr, Alltagsbewegung, Muskelmasse, Schlaf, Stress, Medikamenten und zahlreichen Verhaltensmustern beeinflusst.
Auch die Genauigkeit der Gewichtserfassung, Wassereinlagerungen und natürliche Schwankungen können den Eindruck erwecken, dass keine Gewichtsabnahme stattfindet.
Sinnvoll ist die Analyse deshalb als Teil einer systematischen Abklärung – nicht als alleinige Antwort auf jedes Abnehmproblem.
Stoffwechselanalyse, Stoffwechseltest und Stoffwechselmessung: die Unterschiede
| Begriff | Typische Bedeutung | Wichtige Einordnung |
|---|---|---|
| Stoffwechselanalyse | Beurteilung ausgewählter Laborwerte, Körperdaten und Risikofaktoren. | Der Begriff ist nicht einheitlich definiert; Umfang und Qualität unterscheiden sich. |
| Stoffwechseltest | Oberbegriff für sehr unterschiedliche Angebote, darunter Blut-, Atem-, Speichel- oder Gentests. | Entscheidend ist, was tatsächlich gemessen wird und welche Aussage daraus zulässig ist. |
| Grundumsatzmessung | Messung des Energieverbrauchs in Ruhe, meist über indirekte Kalorimetrie. | Sie beurteilt den Energieverbrauch, aber nicht Blutzucker, Blutfette oder Leberstoffwechsel. |
| DNA-Test | Untersuchung genetischer Varianten. | Er beschreibt genetische Voraussetzungen, aber nicht den aktuellen Stoffwechselzustand. |
| Großes Blutbild | Analyse der Blutzellen. | Es ist keine umfassende Stoffwechseluntersuchung. |
Woran sich eine seriöse Stoffwechselanalyse erkennen lässt
Klare Fragestellung
Vor der Untersuchung sollte feststehen, welche medizinische oder praktische Frage beantwortet werden soll.
Nachvollziehbare Auswahl der Werte
Jeder bestimmte Laborwert sollte einen erkennbaren Bezug zur Fragestellung haben.
Keine übertriebenen Versprechen
Seriöse Anbieter versprechen weder eine vollständige Vermessung des Stoffwechsels noch garantierten Gewichtsverlust.
Medizinische Einordnung
Auffällige Laborwerte müssen im Zusammenhang mit Vorerkrankungen, Medikamenten und weiteren Befunden interpretiert werden.
Konkrete Konsequenzen
Die Untersuchung sollte zu einer nachvollziehbaren Entscheidung führen, etwa zu weiterer Diagnostik, Behandlung oder einer gezielten Anpassung.
Transparenz über Grenzen
Es sollte offen erklärt werden, welche Aussagen die Analyse erlaubt und welche nicht.
Welche Rolle eine Stoffwechselanalyse beim Abnehmen spielen kann
Beim Abnehmen kann eine Stoffwechselanalyse zusätzliche Informationen liefern, wenn allgemeine Empfehlungen allein nicht ausreichen oder wenn medizinische Risikofaktoren vermutet werden.
Sie zeigt jedoch nicht direkt, welche Diät erfolgreich sein wird. Ihr Nutzen liegt vor allem darin, Stoffwechselstörungen zu erkennen, das Ausgangsrisiko besser einzuschätzen und Maßnahmen gezielter zu planen.
Eine Person mit erhöhtem Blutzucker, hohen Triglyceriden und ausgeprägtem Bauchfett benötigt möglicherweise andere medizinische Prioritäten als eine Person mit unauffälligen Stoffwechselwerten, aber stark schwankendem Essverhalten oder geringer Alltagsbewegung.
Die Stoffwechselanalyse ergänzt deshalb die Beurteilung von Ernährung, Bewegung und Verhalten. Sie ersetzt diese Bereiche nicht.
Wann eine Stoffwechselanalyse beim Abnehmen besonders hilfreich sein kann
Bei ausgeprägtem Bauchfett
Viszerales Fett steht häufig mit Insulinresistenz, erhöhten Triglyceriden, Bluthochdruck und einer metabolischen Fettleber in Zusammenhang.
Bei auffälligen Vorbefunden
Bereits erhöhte Blutzucker-, Cholesterin-, Triglycerid-, Leber- oder Harnsäurewerte können Anlass für eine gezieltere Einordnung sein.
Bei familiärem Risiko
Diabetes, frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ausgeprägte Fettstoffwechselstörungen in der Familie können eine frühere Untersuchung rechtfertigen.
Bei bekannten Begleiterkrankungen
Bei Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettleber, Gicht oder Nierenerkrankungen können Stoffwechselwerte für Verlauf und Behandlung relevant sein.
Bei langanhaltendem Gewichtsstillstand
Wenn eine nachvollziehbar umgesetzte Strategie über längere Zeit keine erkennbare Wirkung zeigt, kann die medizinische Ausgangslage überprüft werden.
Vor einer intensiveren Ernährungsumstellung
Ausgangswerte können dokumentiert und spätere Veränderungen objektiver beurteilt werden.
Wann andere Schritte zuerst sinnvoller sind
Nicht jede Schwierigkeit beim Abnehmen verlangt zunächst eine Stoffwechselanalyse. Manchmal liefern bereits eine strukturierte Ernährungsdokumentation, eine Überprüfung der Portionsgrößen oder eine realistische Einschätzung der Alltagsbewegung mehr verwertbare Informationen.
Auch Schlafmangel, hoher Alkoholkonsum, häufiges Snacking oder stark schwankende Essensmengen können den Gewichtsverlauf beeinflussen, ohne dass eine spezifische Stoffwechselstörung vorliegt.
Bei akuten Beschwerden, rascher ungeklärter Gewichtsveränderung oder deutlichen Krankheitssymptomen ist dagegen nicht eine allgemeine Stoffwechselanalyse, sondern eine gezielte ärztliche Diagnostik erforderlich.
Entscheidungshilfe: Eine Stoffwechselanalyse ist kein Ersatz für eine saubere Anamnese. Häufig zeigt erst die Kombination aus Gespräch, Messungen und gezielt ausgewählten Laborwerten, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Mythen und Fakten zur Stoffwechselanalyse
| Aussage | Bewertung | Einordnung |
|---|---|---|
| Eine Stoffwechselanalyse misst den gesamten Stoffwechsel. | ❌ Mythos | Sie untersucht immer nur ausgewählte Teilbereiche anhand bestimmter Werte und Messungen. |
| Mehr Laborwerte bedeuten automatisch mehr Erkenntnis. | ❌ Mythos | Entscheidend ist die passende Auswahl zur Fragestellung, nicht die größtmögliche Zahl an Tests. |
| Eine Stoffwechselanalyse kann Risiken früh sichtbar machen. | ✔ Fakt | Auffällige Zucker-, Fett- oder Leberwerte können lange ohne eindeutige Beschwerden bestehen. |
| Ein normales Ergebnis schließt jedes Stoffwechselproblem aus. | ❌ Mythos | Normale Einzelwerte schließen frühe oder nicht erfasste Veränderungen nicht sicher aus. |
| Eine Analyse kann beim Abnehmen Orientierung geben. | ✔ Fakt | Sie kann medizinische Einflussfaktoren erkennen und die Ausgangslage besser beschreiben. |
| Die Analyse garantiert Gewichtsverlust. | ❌ Mythos | Gewichtsverlust hängt von langfristiger Umsetzung, Energieaufnahme, Bewegung und weiteren Faktoren ab. |
| Ergebnisse müssen fachlich interpretiert werden. | ✔ Fakt | Referenzbereiche, Medikamente, Erkrankungen und persönliche Risiken verändern die Bedeutung einzelner Werte. |

Die medizinische Einordnung durch Dr. med. Stephan Schimpf
Die Frage, ob eine Stoffwechselanalyse sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Entscheidend ist, ob eine konkrete Fragestellung besteht und ob die Untersuchung Konsequenzen haben kann.
Ein einzelner auffälliger Laborwert ist noch keine Erklärung. Ebenso bedeutet ein unauffälliger Wert nicht automatisch, dass alle Stoffwechselbereiche optimal reguliert sind.
Aus ärztlicher Sicht ist deshalb die Gesamteinordnung entscheidend: Welche Beschwerden bestehen? Welche Vorerkrankungen und Medikamente liegen vor? Welche Werte gehören zusammen? Und welche Maßnahmen lassen sich daraus verantwortbar ableiten?
Eine gute Stoffwechselanalyse ist kein möglichst großer Test. Sie ist eine gezielte Untersuchung mit klarer Fragestellung und nachvollziehbarer Konsequenz.
Mehr über Dr. med. Stephan SchimpfWie SALOMED eine Stoffwechselanalyse einordnet
SALOMED versteht Stoffwechselanalyse nicht als isolierte Sammlung von Laborwerten. Blutwerte werden gemeinsam mit Ernährungsgewohnheiten, Körperdaten, Medikamenten, Vorerkrankungen und dem bisherigen Gewichtsverlauf betrachtet.
Ziel ist keine vollständige Vermessung des Stoffwechsels und keine garantierte Abnehmprognose. Die Auswertung soll vielmehr Hinweise bündeln und daraus individuell begründete Ernährungsempfehlungen ableiten.
Der SALOMED-Ansatz unterscheidet sich damit von Angeboten, die aus einem einzelnen Laborwert oder einer genetischen Variante eine pauschale Diät ableiten.
Transparenz: SALOMED ist derzeit kein wissenschaftlich validiertes Gesamtverfahren. Die Methode verbindet etablierte Laborwerte mit persönlichen Angaben und ärztlicher Erfahrung.
Welche Entscheidung nach der Analyse möglich sein kann
Weitere medizinische Abklärung
Auffällige Werte können zusätzliche Diagnostik oder eine ärztliche Behandlung erforderlich machen.
Gezielte Ernährungsschwerpunkte
Je nach Befund können beispielsweise Blutzuckerregulation, Fettqualität, Alkohol, Ballaststoffe oder Harnsäure stärker berücksichtigt werden.
Verlaufskontrolle
Ausgangswerte können später erneut bestimmt werden, um Veränderungen objektiv zu beurteilen.
Keine zusätzliche Maßnahme
Auch ein unauffälliges Ergebnis kann hilfreich sein, wenn dadurch bestimmte medizinische Ursachen weniger wahrscheinlich werden.
Häufige Fragen zur Stoffwechselanalyse
Ist eine Stoffwechselanalyse für jeden sinnvoll?
Welche Blutwerte gehören zu einer Stoffwechselanalyse?
Kann eine Stoffwechselanalyse erklären, warum ich nicht abnehme?
Ist das große Blutbild eine Stoffwechselanalyse?
Wie oft sollte eine Stoffwechselanalyse durchgeführt werden?
Kann eine Stoffwechselanalyse Krankheiten verhindern?
Was unterscheidet eine Stoffwechselanalyse von einem Gentest?
Kann eine Stoffwechselanalyse meine Ernährung automatisch bestimmen?
Weiterführende Informationen
Der Überblick über Zuckerstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Leber und weitere Stoffwechselbereiche. › Abnehmen mit Bluttest
Welche Rolle Laborwerte beim Gewichtsmanagement tatsächlich spielen können. › Ernährung nach Bluttest
Wie Blutwerte bei einer individuell angepassten Ernährungsplanung berücksichtigt werden können.
Eine Stoffwechselanalyse beginnt mit der richtigen Fragestellung.
Die SALOMED-Auswertung verbindet medizinische Laborwerte mit Körperdaten und persönlichen Angaben. Ziel ist eine nachvollziehbare Einordnung des individuellen Stoffwechsels – nicht eine pauschale Standardempfehlung.
SALOMED-Stoffwechselanalyse ansehenWissenschaftliche Quellen
- National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK)
- European Society of Cardiology (ESC): Clinical Practice Guidelines
- European Association for the Study of the Liver (EASL)
- American Diabetes Association (ADA): Standards of Care in Diabetes
- World Health Organization (WHO)
- National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI)